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#digitalonly: Rückblick auf das Sommersemester 2020

Liebe Mitglieder, Angehörige, Förder*innen und Freund*innen,

vor gut fünf Monaten, Anfang Februar, hätte wahrscheinlich niemand in Deutschland gedacht, dass sich im Juli 2020 bundesweit das erste #digitalonly Semester dem Ende zuneigt. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass wir Hochschulen komplett neu denken mussten und auch weiterhin müssen. Diese Herausforderung zu meistern, bedeutet für eine kleine Universität wie unsere HCU sicherlich andere Anstrengungen, als wenn zumindest technische Grundlagen und Systeme schon zur Verfügung stehen.

Für alle an der Lehre Beteiligten zahlt sich – so mein Fazit – dieser Kraftakt aber letzten Endes aus. Dank ihres Einsatzes haben wir es geschafft, quasi aus dem Nichts die erforderliche technische Infrastruktur zu schaffen und geeignete Lehr-Lern-Konzepte sowie Tools verfügbar zu machen. Wir konnten Hilfestellung leisten, um Inhalte digital und interessant zu präsentieren und über digitale Kanäle den sozialen Zusammenhalt fördern. Hierfür bin ich allen für ihren Einsatz, ihre Innovationsfreude, ihre proaktive Teilnahme an den Angeboten und vor allem für die hohe Konstanz in der Leistungserbringung während dieses schwierigen Semesters sehr dankbar. Das ganze Präsidium gratuliert allen Lehrenden, Studierenden und den Mitarbeitenden in der Hochschulverwaltung zu dieser herausragenden Leistung.

Natürlich kann bei einem solchen ersten Anlauf nicht alles zu 100 Prozent gut funktionieren. Wir werden daraus lernen, Erfahrungswerte sammeln und uns weiterentwickeln. Eines steht aber fest: Die HCU ist und bleibt im Kern eine Präsenzuniversität und stellt dies auch nicht in Frage. Die digitale Lehre wird auch nach der Corona-Krise unser Spektrum ergänzen, ersetzt aber keinesfalls den für uns alle wichtigen Austausch, die Praxis, die Begegnungen und den akademischen Diskurs.

Im Wintersemester, da die Corona-Krise nicht überwunden sein wird, werden wir erneut aufgrund der Hygiene- und Schutzvorschriften in wesentlichen Teilen auf die digitale Lehre setzen müssen. Dennoch ist es unser Anliegen, soweit möglich, auch wieder Präsenzveranstaltungen anzubieten. Vor allem für unsere Erstsemester wird es wichtig sein,
besonders in den ersten Tagen und Wochen, die HCU nicht nur als Videoformat zu erleben. Alle Beteiligten in der Lehrplanung und Entwicklung werden in enger Abstimmung mit dem Vizepräsidenten für Lehre und Digitalisierung, Herrn Prof. Dr.-Ing. Harald Sternberg, dafür sorgen, dass das Wintersemester allen Studierenden und Lehrenden im gegebenen Rahmen bestmögliche Bedingungen bietet.

Ich möchte an dieser Stelle aber nicht nur mit dem Blick auf das #digitalonly Semester enden. Mir ist es ebenso wichtig zu betonen, dass auch Forschungsprojekte erfolgreich weiterentwickelt und neue Anträge mit hoher Erfolgsaussicht gestellt wurden. In unseren Strukturdiskussionen sind wir ebenfalls vorangekommen, sodass sich die HCU insgesamt als Universität trotz der Krise sehr positiv weiterentwickelt hat. Dafür danke ich allen Beteiligten ganz herzlich und wünsche Ihnen zunächst eine gute Lektüre des Newsletters sowie eine schöne Sommerzeit.


Bis bald
Ihr Jörg Müller-Lietzkow
Präsident der HCU

Medien und Didaktik: Das Trio für die digitale Lehre
Team Medien & Didaktik (HCU)
Seit Anfang des Jahres ist unser Team „Medien & Didaktik“ komplett. Im Rückblick auf ihre erste, durchaus turbulente Zeit an der HCU stellen Daniel Nickl, Dr. Nicole Podleschny und Sabine Schermeier fest: „Wir ergänzen uns sehr gut mit unserem kombinierten Know-how aus Mediendidaktik und -technik, besonders in Corona-Zeiten!“ Sie sehen sich in erster Linie als Unterstützer*innen für den Lehrbetrieb und mussten im Handumdrehen auf viele neue Anforderungen reagieren.

„Von quasi jetzt auf gleich auf #digitalonly umzustellen, war für alle schwierig, aber gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus der IT haben wir ein funktionierendes System auf die Beine gestellt. Obwohl wir ganz neu waren an der HCU, hatten wir in den letzten Wochen zumindest digital mit mehr Menschen Kontakt als unter normalen Umständen. Wir haben dabei gemerkt, wie viele der Lehrenden sich für gute, digitale Lehre begeistern und einsetzen. Das motiviert!“

Um weiterhin für Inspiration zu sorgen, haben die Drei den #digitalonly Newsletter ins Leben gerufen, mit Trends und praktischen Tipps zu hochschuldidaktischen Themen, die sie auch auf Twitter teilen.


Studium und Lehre: Wie war das #digitalonly Semester?
Rund 75 Prozent des ursprünglichen Lehrangebots an der HCU wurden mit digitalen Formaten realisiert. Zoom-Konferenzen, Moodle, Online-Seminare und auch die guten alten E-Mails haben Studium und Lehre geprägt. Wir haben Studierende und Lehrende nach ihren Erfahrungen gefragt.

„Machen Sie bitte Ihre Cam an, wir wollen auch was sehen! Diesen Satz musste ich den Studierenden häufiger während der Zoom-Meetings sagen, da man sonst zum Teil auf 50 schwarze Kacheln geschaut hat.“ Christoph Langer, wissenschaftlicher Mitarbeiter (Bauingenieurwesen), war schon vor Corona digital unterwegs. In seiner Videoreihe führt er vor der Kamera Laborversuche durch und erklärt Verfahren zur Prüfung von Baustoffen. Seine Videos sind frei zugänglich über die Hamburg Open Online University.


„Was ich sehr genieße an dieser Zeit ist, dass ich die Uni einpacken und überall mit hinnehmen kann. Auch, wenn ich den Blick auf die Elbe aus dem HCU-Gebäude liebe, ist mein Garten oder der Ostsee-Strand oft die nettere Umgebung zum Arbeiten und Lernen. Es gibt kaum etwas Schöneres, als nach einer langen Zoom-Vorlesung in die Ostsee zu springen, um den Kopf frei zu bekommen“, sagt Laura Peters, Masterstudentin Bauingenieurwesen.


„Ich habe durch das digitale Semester mehr Selbstdisziplin erlangt und kann mich besser auf Dinge fokussieren“, berichtet Architekturstudent Mahmoud Ghazala Einieh. Rein optisch lässt er es etwas lockerer angehen: „Ich ziehe sonst jeden Tag zur Uni und zur Arbeit einen Anzug an. Darauf habe ich bei den Zoom-Konferenzen und für die Uni-Arbeit zu Hause weitestgehend verzichtet.“ Sein Fazit zu #digitalonly: „Man lernt neue Arbeitsweisen kennen, hat aber viel weniger soziale Kontakte und Erlebnisse. Ich vermisse meine HCU-Familie.“


„Mir ist es wichtig, auch Aktuelles und Anekdoten einzuflechten. Didaktisch habe ich ergänzend kleine Versuche entwickelt, die mit leicht zu beschaffenden Utensilien in jeder Küche durchgeführt werden können. Da geht es dann beispielsweise darum, zu zeigen wie 15 Prozent Verformung eines Rohrquerschnitts aussehen“, berichtet Prof. Dr.-Ing. Ingo Weidlich (Technisches Infrastrukturmanagement). Er legt Wert auf Abwechslung bei seinen Video-Vorträgen und hat unter anderem einen Versuch gemacht zur Kesselformel unter dem Titel: Warum platzen Würstchen immer längs?


Online-Seminar zur Familiengeschichte in der NS-Zeit
Welche Bedeutung hat die Familiengeschichte für das eigene Leben? Dieser Frage widmen sich 30 HCU-Studierende in einem gemeinsamen Projekt mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Unter dem Motto „#Waswillstdutun? Ein multimediales Projekt zur Gegenwartsrelevanz von Familiengeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus“ suchen sie das Gespräch mit Zeitzeugen und Nachkommen von NS-Verfolgten aus dem In- und Ausland. Über den Dialog wollen die Studierenden so die Bedeutung ihrer eigenen Familiengeschichte reflektieren. Auf Grund der Corona-Schutzmaßnahmen fand das komplette Seminar digital statt: Die Interviews mit den Zeitzeugen bzw. mit den Nachfahren aus Madrid, Paris, Amsterdam, Österreich und verschiedenen Orten Deutschlands wurden per Videokonferenz geführt. Auch die Seminartreffen und Gruppenarbeiten wurden ausnahmslos digital durchgeführt. Aus den Begegnungen entstehen Instagram-Stories (z.B. „Wo waren meine Großeltern während der NS-Zeit?“), die in einer Online-Ausstellung präsentiert werden sollen. Weitere Infos zum Hintergrund des Projekts gibt es auf der Website der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Drei Fragen an Mehul Khoont
Portrait des HCU-Studierenden Mehul Khoont
Mehul Khoont ist 29 Jahre alt und studiert den englischsprachigen Master „Resource Efficiency in Architecture and Planning (REAP)“ an der HCU. Im Rahmen des Hochschul-Hackathons Brandenburg hat er gemeinsam mit anderen Studierenden die App „connect IN“ entwickelt. Sie soll Austausch und Vernetzung erleichtern. Das Besondere ist: Studierende geben an, über welche Kommunikations- und Social-Media-Kanäle sie erreicht werden möchten. Mehr zur App
Mehul, wie seid ihr auf die Idee für die App gekommen?

Ich hatte mein gesamtes Studium über immer ein Problem mit dem Networking und der Kommunikation mit anderen HCU-Studierenden. Die einzig verfügbaren Tools waren meist E-Mails oder Facebook-Gruppen. Je nach persönlicher Vorliebe und Sensibilität für Datenschutzprobleme, nutzt jede Person verschiedene soziale Medienkanäle. Es ist schwierig, die über verschiedene Plattformen verstreuten Studierenden zusammenzubringen. Vernetzung und Zusammenarbeit wurden dadurch erschwert. Insbesondere in der Hochphase der Pandemie gab es viele Kommunikationslücken.

Was genau ist das Neue an der App?

Die App kann grundsätzlich zu einer besseren und effizienteren Kommunikation beitragen und Millionen von Studierenden helfen, ihre Interessen zu erforschen und ihre Netzwerke professionell auszubauen, während sie noch auf dem Universitätscampus sind.


Du bist im letzten Semester deines Masterstudiums – schon eine Idee, wie es für dich beruflich weitergeht?

Wir nutzen die Zeit, um bei verschiedenen Interessensgruppen und Universitäten für die App zu werben. Unseren mobilen Prototypen haben wir abgeschlossen, als nächstes planen wir eine Crowdfunding-Kampagne. Zudem habe ich die Idee für ein nachhaltiges Lebensmittelversorgungssystem via Blockchain, um der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken und den Verpackungsabfall und CO2-Ausstoß zu reduzieren. Derzeit suche ich nach Mitgründern, die mit mir an der Idee arbeiten möchten.

Digitaler Chat mit dem Präsidenten
Einladungsflyer digitaler Chat mit HCU-Präsidenten
Trotz sommerlicher Temperaturen nahmen Mitte Juni mehr als 60 Studierende die Einladung zum digitalen Chat mit dem HCU-Präsidenten Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow an. Bei dem Austausch ging es vor allem um die Situation der Studierenden: Wie läuft das digitale Semester und wie geht es in den kommenden Wochen und Monaten weiter? Auch wurden soziale Folgen der Pandemie diskutiert. Am 21. Juli folgt die zweite Ausgabe dieser offenen Gesprächsstunde. Diesmal liegt der Fokus auf der Frage, wie Studierende die Lehre erlebt haben, um – jenseits von Evaluationen –  Anregungen und Verbesserungsvorschläge für das kommende Wintersemester aufzunehmen. Alle HCU-Studierenden haben via E-Mail eine Einladung zum Chat erhalten.

HCU in den Medien
Tagessschau.de 15.07.2020
Monofunktionale Innenstädte, die fast ausschließlich auf Einzelhandel setzen, sind außerhalb der Geschäftszeiten unattraktiv und ausgestorben“, sagt HCU-Stadtforscher Dipl.-Ing. Stefan Kreutz über die Ex-Karstadt und Kaufhof-Häuser und rät zur Mischnutzung als mögliche Chance für die Innenstädte.
NDR Hamburg Journal, 26.06.2020
Hamburg ist laut Prof. Antje Stokman (Architektur und Landschaft) die grünste Stadt Deutschlands. NDR 90,3 und das Hamburg Journal haben sie interviewt und suchen die schönsten Gärten Hamburgs.
In Folge von Corona stehen Innenstädte vor einem gewaltigen Umbruch. Es könnte ihr Niedergang sein aber auch eine Chance, sagt Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger (Projektentwicklung und Projektmanagement in der Stadtplanung) im Interview mit tagesschau.de.
Prof. Dr. Monika Grubbauer (Geschichte und Theorie der Stadt) spricht in einer Reportage von NDR Info über öffentliche Räume und urbanes, kulturelles Zusammenleben in der Coronazeit (ab Minute 9:30).
HCU-Professorin und CSL-Direktorin Prof. Dr. Gesa Ziemer spricht im Podcast über die resiliente Stadt.
Wie wollen wir künftig zusammenleben? Wie Stadt neu denken? Prof. Bernd Kniess (Urban Design), analysiert das globale Phänomen Stadt.

Auszeichnungen und Wettbewerbe
Die HCU-Studierenden Emily Kern und Ricarda Bock haben einen der zwei 1. Plätze beim studentischen Ideenwettbewerb „Raum für Trauer - Ideen für den Friedhof der Zukunft” belegt. Thema des Wettbewerbs war die zeitgemäße Weiterentwicklung von Friedhöfen am Beispiel des Friedshofs Hamburg-Ohlsdorf. Ihr Entwurf „Weg für die Lebenden” ist zugleich ihre Bachelorarbeit im Bereich Stadtplanung. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Antje Stokman (Architektur und Landschaft) und Daniel Kauder (Büro Lichtenstein Landschaftsarchitekten). Herzlichen Glückwunsch!
Die HCU Hamburg lobt in Zusammenarbeit mit der Holcim (Deutschland) GmbH zum 13. Mal den Holcim Studienpreis für Nachhaltigkeit aus. HCU-Studierende können sich kreativ mit Themen der Nachhaltigkeit auseinandersetzen und innovative Vorschläge für nachhaltiges Planen, Entwerfen und Bauen erarbeiten. Die zwei besten Bachelor­thesen werden mit jeweils 1.000 Euro und die zwei besten Masterthesen mit jeweils 1.500 Euro prämiert. HCU-Studierende können sich bis zum 31. August 2020 bewerben. Viel Erfolg! 

Und sonst so?
#digitalonly Semester: Ein Foto & ein Satz
Anlässlich des bundesweiten Digitaltags am 19. Juni haben wir Studierende auf Instagram gefragt, was ihnen in diesem Semester besonders ans Herz gewachsen ist. Viel Spaß beim Nachblättern!
CityScienceLab in 3D
Sie waren noch nie im CityScienceLab (CSL) der HCU? Dann machen Sie doch einfach einen digitalen Rundgang. Das Lab können Sie jetzt spielend in 3D erkunden. Los geht‘s! 


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schreiben Sie bitte eine E-Mail an hcu-kommunikation@vw.hcu-hamburg.de.

 


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Redaktion: Miriam Fehsenfeld, Alexander Lemonakis
+49 40 42827-2733 / -5033
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